Es wird eng im Oberstübchen

Klüger wird’s nicht!

Gewalt, Ungerechtigkeit und Dummheit scheinen die Welt zu beherrschen. Da bleibt eigentlich nur noch die Hoffnung, dass wenigstens künftige Generationen das alles wieder richten werden. Britische und niederländische Wissenschaftler haben in dem Punkt leider eine schlechte Nachricht. Und schuld ist mal wieder ein Energieengpass.

ir nutzen nur zehn Prozent unseres geistigen Potenzials - diese Aussage sieht man immer wieder, insbesondere in Anzeigen, die einem verschiedene, meist  kostenpflichtige Methoden zum Erschließen der anderen 90 Prozent vermitteln wollen. Zwar ist diese Behauptung längst widerlegt - niemand möchte jedoch bestreiten, dass da bei dem ein oder anderen noch Luft nach oben sein mag.

Hat sich was mit Update

Alle, die auf die nächste, evolutionsbedingt verbesserte Generation von Hirnen hoffen, müssen jetzt ganz tapfer sein: Wissenschaftler der Universitäten Cambridge und  Utrecht befürchten, dass das, was wir heute im Kopf haben, das Ende der Fahnenstange ist. Mehr Hirnpower würde mehr Vernetzung erfordern, erklärte Neurobiologe Simon Laughlin gegenüber der "Daily Mail" - und wie bei Computerprozessoren sei auch bei Hirnwindungen irgendwann das Ende der Fahnenstange erreicht.

Es wird heiß

Andere Wissenschaftler meinen, dass ein leistungsfähigeres Hirn auch deutlich mehr Energie verbrauchen würde - und die könnte der menschliche Körper einfach nicht mehr liefern, von der notwendigen Kühlung mal ganz zu schweigen. Schon jetzt werden insbesondere im Sommerloch immer wieder gefährliche Überhitzungen im Mentalbereich festgestellt.

So lange keine energieeffizienteren Hirne oder externe Upgrades in Sicht sind, heißt es: Haushalten, mit dem was man hat. Also raus mit Castingstars, Internet-Memen und historischen Mannschaftsaufstellungen, dann ist auch wieder Platz für das Gute, Wahre, Schöne und Wichtige.

Von Wulf Rohwedder, tagesschau.de (2011)